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Der Bedarf an längerfristiger Beratung steigt

  • Die Gerontopsychiatrische Beratung der Alexianer Münster GmbH stellt Jahresbericht vor und zieht positive Bilanz (v.l.n.r.): Wilma Dirksen, Suzanne Reidick, Cornelia Domdey und Dr. Birgit Leonhard
26.03.18, Münster
Alexianer Münster GmbH

Jahresbericht 2017 der Gerontopsychiatrische Beratung der Alexianer

Die Zahlen im Jahresbericht der Gerontopsychiatrischen Beratung sprechen eine eindeutige Sprache: 52.862 über 65-jährige leben in Münster (Stand 31.12.2017), ein Viertel davon zeigt psychische Störungen. Demenzerkrankungen und Depressionen sind die häufigsten darunter. 794 Einzelberatungen und 201 Gruppenangebote in 2017 sind die Antwort auf den steigenden Bedarf. „Depressionen, Demenzen oder auch Angststörungen stellen für die Betroffenen und ebenso für ihre Angehörigen eine große Herausforderung dar“, berichtet Wilma Dirksen. „Neben Informationen benötigen die Familien in einer solchen Situation Unterstützung bei der Bewältigung dieser anspruchsvollen Aufgabe.“

Im Jahresbericht 2017 wird besonders auffällig, dass der Bedarf an längerfristiger Beratung und psychosozialer Unterstützung steigt: So erhöhte sich in 2017 die Zahl der Menschen, die eine Folgeberatung in Anspruch nahmen, um 13%. Die Zahl der aus den Vorjahren übernommenen Fälle ist von 65 auf 100 angewachsen.

Komplexer werdende Lebenssituationen der betroffenen Familien sind ein Grund für diese Veränderung. Kinder leben häufig nicht in der gleichen Stadt, so dass die Pflege und Betreuung der Eltern oft durch die Kombination verschiedener Helfer organisiert  werden muss. Des Weiteren ist die Begleitung eines psychisch erkrankten älteren Menschen besonders herausfordernd. Rollenmodelle in der Familie geraten ins Wanken, unbearbeitete familiäre Konflikte brechen wieder auf und die pflegenden Angehörigen sind im Umgang mit dem Erkrankten einer großen emotionalen Belastung ausgesetzt. „Wir ermutigen sie im persönlichen Gespräch, nicht nur die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen zu sehen, sondern auch das eigene Wohlergehen und die eigenen Wünsche während des Pflegeprozesses im Auge zu behalten“, so Birgit Leonhard. In jedem Fall sollen Erkrankte und Angehörige die Gewissheit haben, eine zuverlässige Anlaufstelle für ihre sich verändernden Anliegen zu haben.

Überwiegend sind es Frauen, die sich als Ehefrauen oder (Schwieger-)Töchter um die Angehörigen kümmern. In Deutschland sind 80% der Pflegenden weiblich. Sie bilden mit 70% auch die größte Gruppe der Ratsuchenden in der Beratungsstelle der Josefstraße. In 2017 ist der Anteil der ratsuchenden Töchter um weitere 9% auf 43 Prozent gestiegen.

Auch die Nachfrage nach Pflegekursen für Angehörige steigt weiter an. Im Jahr 2017 wurden vier Kurse für Angehörige von Menschen mit Demenz in Kooperation mit der AOK NordWest durchgeführt – einer in Verbindung mit einer „Auszeit am Meer“ an der Ostsee. Die Vermittlung von Wissen kombiniert mit der Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch steht hierbei im Vordergrund. „Mit diesen Kursen ermöglichen wir Angehörigen einen Einstieg ins Hilfesystem und machen ihnen bewusst, was sie täglich leisten und was sie auch für sich selbst tun können“, informiert Dirksen.

Beratungen für Institutionen vervollständigen das komplexe Angebot der Beratungsstelle. Dazu gehörten in 2017 laut Leonhard 109 Einzelberatungen sowie 49 Fortbildungen, Vorträge und Konzeptberatungen für Einrichtungen. Diverse Veranstaltungen anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Beratungsstelle sowie die Beteiligung an den ersten Münsteraner Demenzwochen und der Fachtagung “ Demenz bei Frauen und Männern“ waren dabei Höhepunkte der Arbeit der Beratungsstelle in 2017.

Bereits seit 1992 steht die Gerontopsychiatrische Beratung psychisch erkrankten älteren Menschen, ihren Angehörigen und Bezugspersonen mit Rat und Tat zur Seite. Das Team der Gerontopsychiatrischen Beratung bilden Wilma Dirksen (Soziotherapeutin), Cornelia Domdey (Dipl. Sozialpädagogin), Birgit Leonhard (Dr. PH, Pflegefachkraft) und Suzanne Reidick (Dipl. Sozialarbeiterin) , die sich in ihrer täglichen Arbeit dafür einsetzen, dass psychisch erkrankte ältere Menschen und ihr soziales Umfeld informiert, unterstützt und gestärkt werden.

Finanziert wird die Gerontopsychiatrische Beratung im Clemens-Wallrath-Haus durch die Stadt Münster und die Alexianer Münster GmbH als Träger, sie berät kostenfrei und trägerunabhängig. Bei Fragen und Beratungsbedarf melden Sie sich gerne direkt in der Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle, Telefon (0251) 5202 276 71.

Pressekontakt:

Alexianer Münster GmbH
Petra Oelck
Unternehmenskommunikation
Telefon: (02501) 966 20262
E-Mail: p.oelck@alexianer.de

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