ZWÄNGE – DIE HEIMLICHE KRANKHEIT

Hab ich den Wasserhahn abgestellt, die Tür abgeschlossen oder den Herd ausgestellt? Solche und ähnliche Fragen kennt wohl jeder. Wenn derartige Gedanken oder Verhaltensmuster allerdings zu einem dauerhaften Zwang werden und die Kontrolle über alle Lebensbereiche übernehmen, kann eine ernsthafte Zwangserkrankung vorliegen.

So können sich Zwänge über den ganzen Tag ausbreiten und zu erheblichen Einschränkungen von Lebensqualität und beruflicher Leistungsfähigkeit führen. Obwohl vielen Erkrankten die eigentliche Sinnlosigkeit solcher Handlungen rational klar ist, gelingt es ihnen dennoch häufig nicht, die Zwangshandlungen zu unterlassen.

Auch Angehörige werden häufig in die ritualisierten Zwangshandlungen einbezogen. Aus Unkenntnis über Behandlungsmöglichkeiten und aus einer gewissen Scham heraus halten viele Betroffene ihre Beschwerden vor der Öffentlichkeit verborgen. Auf unserer Fachstation halten wir Einzel- und Gruppenangebote für zwangserkrankte Menschen vor. Diesen eröffnen wir vor allem durch spezielle stationäre Verhaltenstherapie wirksame Hilfe.

Das mehrwöchige Programm umfasst Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Expositionsübungen, Selbstsicherheitstraining und begleitende Therapien. Dieses Konzept hat sich gerade bei chronischen und schweren Verläufen als sehr effizient erwiesen.


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