Schnell abgelenkt, sprunghaft, unruhig oder als so genannter „Zappelphilipp“ unter starkem Bewegungsdrang stehen – die Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen, die unter AD(H)S leiden, sind den meisten Menschen heute bekannt.
Doch wie sehen eigentlich die Symptome und Alltagshürden bei erwachsenen Menschen aus, die unter der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung leiden?
Unter dem Titel „Ich will, aber ich kann nicht…“ werden Dr. Doris Sewing (Chefärztin der EOS-Klinik für Psychotherapie) und ihr Kollege und Diplom-Psychologe Thomas Miebach beim kommenden AlexTalk am 17.Juni die Formen und Ausprägungen von AD(H)S bei Erwachsenen erläutern und Strategien für einen guten Umgang aufzeigen.
„Trotz der heute guten Diagnose-Möglichkeiten quälen sich immer noch sehr viele Erwachsene teils jahrzehntelang unter viel Anstrengung durch Job und Alltag, ohne zu wissen, wo die eigentliche Ursache für ihr permanentes gestresst Sein und Anecken liegt“, beschreibt der AD(H)S-Experte Miebach. Natürlich habe sich die nach offizieller Klassifikation bezeichnete neuronale Entwicklungsstörung längst auch zu einer Art „Modediagnose“ entwickelt, doch genauso gebe es eben auch diejenigen, die stark betroffen seien und lange unbemerkt vor sich hin leiden.
Menschen mit AD(H)S wirken oft unstrukturiert, innerlich unruhig, impulsiv, schnell abgelenkt, haben Probleme mit ihrer Konzentration, zeigen Stimmungsschwankungen oder neigen manchmal auch zu riskantem Verhalten. Je nach Form und Ausprägung können diese Auffälligkeiten dabei individuell variieren.
„Die Betroffenen haben oft das Gefühl, die Dinge nicht so geregelt zu bekommen oder irgendwie anders zu sein und verspüren nach Jahren nicht selten auch ein Gefühl von starker Erschöpfung und Resignation“, skizziert die Chefärztin Doris Sewing.
„Andererseits sind viele Menschen mit AD(H)S auch sehr kreativ, können andere Menschen gut inspirieren, mitreißen und hart an ihren Zielen arbeiten. Und ihre Impulsivität kann sich auch in Spontanität und Flexibilität ausdrücken“, betont Miebach die oft genauso hervortretenden Stärken.
Das Alexianer-Expertenduo der EOS-Klinik wird am 17.Juni das Störungsbild umfassend erläutern und im Gespräch mit WN-Moderator Stefan Werding auch typische Herausforderungen im Berufsleben, im Selbstmanagement sowie in zwischenmenschlichen Beziehungen vorstellen.
„Einen Fokus möchten wir auch auf betroffene Frauen legen, da sich AD(H)S bei ihnen oft anders präsentiert als bei Männern und daher seltener frühzeitig erkannt wird. Häufig stehen hier eher unauffällige Symptome wie innere Unruhe, Überforderung oder emotionale Belastung im Vordergrund, was die Diagnose erschweren kann“, beschreibt Sewing.
Auch typische Begleiterscheinungen wie etwa soziale Ängste, depressive Züge oder auch emotionale Instabilität sowie die Abgrenzung zu anderen psychischen Auffälligkeiten möchte das Expertenteam beleuchten.
Wer mehr zum Thema erfahren möchte oder auch persönliche Fragen hat, ist zum moderierten Live-Vortrag am 17.Juni um 18 Uhr in das Foyer der Raphaelsklinik (Loerstraße 23) eingeladen. Um eine Anmeldung zur kostenlosen Präsenzveranstaltung an alexonline.ms(at)alexianer.de wird gebeten. Die Online-Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich unter www.alexonline-muenster.de. Die eigenen Fragen können dort anonym per Chat oder E-Mail gestellt werden.