AlexTalk: „Niedergeschlagen – antriebslos – leer …“ Über die vielen Gesichter von Depressionen

Datum: 27.11.18, 18.00 Uhr

Veranstaltungsart: Infoveranstaltung

Veranstalter: Alexianer Münster GmbH

Veranstaltungsort: Alexianer Waschküche, Bahnhofstr. 6, Münster

„Niedergeschlagen – antriebslos – leer …"

Über die vielen Gesichter von Depressionen und Aktuelles aus der Forschung zu Ursachen und zur Behandlung
Univ.-Prof. Dr. Judith Alferink (Chefärztin Alexianer Krankenhaus Münster, Leiterin der Forschungsgruppe Molekulare Immunologie psychiatrischer Erkrankungen am UKM)

Es ist vielen längst bekannt: Mit etwa vier Millionen Betroffenen allein in Deutschland gehört die Depression nicht nur zu einer der häufigsten Erkrankungen, sondern ist zugleich auch eine mit sehr vielen Ausprägungen und Ursachen:                                  
Antriebs-, Freud-, und Interessenlosigkeit, eine gedrückte Stimmung und ständiges Grübeln – all' diese Symptome sind den meisten als klassische Anzeichen einer Depression bekannt. Auch die Risikofaktoren wie etwa eine genetische Veranlagung, frühkindliche Traumatisierungen,  Schicksalsschläge, Probleme im sozialen Umfeld oder auch Überforderung sind nichts Neues und unterstreichen: Depressionen sind ein großes und noch immer vielfach unterschätztes Seelenleid.

Medizinische Erkenntnisse erweitern das bisherige Wissen nun noch in eine andere Richtung: Veränderungen der Immunantwort könnten ebenfalls an der Entstehung von Depressionen mitwirken. Genau diesem Zusammenspiel zwischen dem Immunsystem und der Psyche widmet sich die Forschungsgruppe am Universitätsklinikum Münster unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Judith Alferink, die sich als Chefärztin des Alexianer-Krankenhauses Münster auch im Klinikalltag mit der Behandlung von psychischen Erkrankungen befasst.

„Ursprünglich wurden das Gehirn und unser Immunsystem als zwei getrennte Systeme betrachtet", erklärt die Expertin und ergänzt: „Man ging davon aus, dass das Gehirn vor Immunprozessen geschützt arbeitet und wenig mit dem Immunsystem zu tun hat. Diese Annahme ist aber längst widerlegt." Beim nächsten Alex Talk am 27. November wird die Alexianer-Expertin daher neben ihrer allgemeinen Erläuterung der Depressionen auch auf das Wechselspiel zwischen Immunsystem und Psyche ein besonderes Augenmerk legen.  

Auch mit dem Ziel der Entwicklung neuerer Therapieansätze richtet das Forscherteam um Univ.-Prof. Dr.  Judith Alferink seinen Fokus besonders auf eine spezielle Art von Fresszellen, die Mikrogliazellen. Diese Zellen können bei einer Bedrohung aktiviert werden und dadurch Entzündungsprozesse fördern und Botenstoffe aussenden, die den Nervenzellen schaden: „Genau dies ist beispielsweise sichtbar bei Depressionen und wir haben in Laborversuchen einen solchen ursächlichen Zusammenhang zwischen Stress, chronischer Entzündung und Depression nachweisen können", erläutert die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Inwieweit dieser Wirkmechanismus nun auch auf den Menschen übertragbar sei, bliebe aber noch abzuwarten, bemerkt Alferink. 

Wer mehr über das Thema Depressionen und Aktuelles dazu aus der Forschung erfahren möchte, ist zum nächsten Alex-Talk am 27. November herzlich eingeladen. Der Vortrag beginnt um 18.00 Uhr in der Alexianer-Waschküche (Bahnhofstr. 6). Eintrittskarten sind zum Preis von 4,- Euro ab sofort im WN-Ticket-Shop (Prinzipalmarkt 13-14) erhältlich, Kartenreservierungen sind in beschränkter Anzahl auch unter alextalk-muenster@alexianer.de möglich. Der gesamte Kartenerlös kommt der WN-Spendenaktion zugute.

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