Wenn das extreme nicht bewältigt werden kann – Traumafolgestörung

Unser Leben basiert – psychologisch betrachtet – auf Vertrauen in andere, auf Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und auf Berechenbarkeit der jeweiligen Situation. Fallen diese Voraussetzungen plötzlich weg, so kann es zu seelischen Verletzungen mit nachhaltigen Folgen kommen.

Traumatische Erlebnisse wie früher Verlust der Eltern, Erfahrung von Gewalt oder Missbrauch können durch eine Schwangerschaft oder Geburt reaktiviert werden. Zudem bergen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett zusätzliche Risikofaktoren für die Entstehung einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Komplikationen in der Schwangerschaft, Frühgeburten, traumatische Entbindungserfahrungen oder stille Geburten können zu Traumfolgestörungen führen, die den Alltag der Betroffenen erheblich belasten. Der Körper befindet sich in einem anhaltenden Alarmzustand ausgelöst durch das Erleben starker Hilflosigkeit und des Gefühls, ausgeliefert zu sein, bis hin zur Todesangst. 

Mögliche Symptome der Traumafolgestörung sind: 

  • Flashbacks
  • Weinkrämpfe
  • Schreckhaftigkeit
  • Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten
  • Dissoziationen
  • Reizbarkeit, Angst vor Nähe, Bedrohungserleben, Panikattacken, Misstrauen
  • Schlafstörungen
  • Zwanghaftes Grübeln
  • Aufbau einer tragfähigen Beziehung zum Behandlungsteam und Einleben in den tagesklinischen Alltag, um sich sicher zu fühlen
  • Einüben stabilisierender Fertigkeiten
  • Erneute Verarbeitung des traumatischen Geschehens unter therapeutischer Anleitung, um das Erlebte in die eigene Biographie zu integrieren und begleitende, starke Gefühle zu verringern mit Hilfe z.B. der Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy (IRRT)
  • Arbeit an einer Neubewertung des Erlebten und Stärkung der eigenen Selbstwirksamkeit und der Fähigkeit zur Selbstberuhigung
  • Arbeit an Begleitproblemen wie Schuld, Scham und Verbitterung sowie Ärger und Selbsthass