Unsere stationären Angebote

Die Alexianer Martinistift GmbH verfügt auf dem Gelände in Nottuln-Appelhülsen über elf Intensivpädagogische Wohngruppen für männliche Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren. Dazu gehören auch intensivpädagogische Wohngruppen im Rahmen freiheitsentziehender Maßnahmen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. In Haltern am See befindet sich unsere intensivpädagogische Wohngruppe für Mädchen. Unsere Angebote richten sich grundsätzlich auch an trans*, inter* oder non-binäre junge Menschen.

Zusätzlich zu den Wohngruppen auf dem Martinistiftgelände bieten wir Plätze in Außenwohngruppen in Nottuln (pädagogische Intensivwohngruppe + Verselbständigung), in Münster-Roxel (Regelangebot zur Vorbereitung auf die eigenständige Lebensführung), Dülmen-Buldern (Betreuung Jugendlicher und junger Erwachsener in Einzelwohnungen und Wohngemeinschaften), Haltern am See (intensivpädagogische Wohngruppe für Mädchen), in Darup (intensivpädagogische Wohngruppe für männliche Kinder) und in Münster-Amelsbüren (Intensivpädagogische Wohngruppe für Jungen mit kognitiven und seelischen Beeinträchtigungen) an.

Spezialisierte Ausrichtung

Die verschiedenen geschützten intensivpädagogischen Wohngruppen im Rahmen freiheitsentziehender Maßnahmen richten sich an unterschiedliche Adressaten und haben daher unterschiedliche fachliche Schwerpunkte. So bieten wir aktuell unter anderem spezialisierte Wohngruppen für die Bereiche Jugendhilfe-Psychiatrie, sexuell grenzverletzendes Verhalten, Erlebnispädagogik und Traumapädagogik an.

Alle obengenannten intensivpädagogischen Wohngruppen sind als sogenannte „Tandemgruppen“ konzipiert. Jedes „Tandem“ besteht aus einem freiheitsentziehenden und einem offenen Wohn- und Lebensbereich, so dass im Anschluss an die Unterbringung im Rahmen der freiheitsentziehenden Maßnahme, der Übergang in die offene, intensivpädagogische Wohngruppe fließend gestaltet und begleitet werden kann.

Selbstverständlich stehen alle unsere pädagogischen Angebote auch extern angefragten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Verfügung.

Alle Wohngruppen verfügen über Einzelzimmer. In unseren Neubauten sind diese bereits mit Dusche und WC ausgestattet. Des Weiteren verfügen alle Häuser über verschiedene Freizeit-, Sozial-, und Schulräume, Garten- und/oder Terrassenanlagen.

Die Wohngruppen werden durch das pädagogische Leitungsteam, welches sich aus Bereichsleiter*innen, Berater*innen und der Betriebsleitung zusammensetzt, unterstützt und begleitet.

Freiheit und Zwang sind seit jeher sowohl in der Erziehung als auch in der stationären Jugendhilfe eng miteinander verbunden – oft mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Auch im Bereich offener stationärer Jungendhilfemaßnahmen lassen sich Kinder, Jugendliche und deren Eltern manchmal nur auf stationäre Hilfen ein, um weitere sorgerechtliche Schritte zu vermeiden. Zwang ist oft ein ständiger Begleiter der Jugendhilfe. Wenn wir Fachkräfte ihn annehmen und benennen,  können wir mit ihm arbeiten und zusammen mit allen Beteiligten nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner suchen. Gestaltet sich der dann folgende Hilfeprozess unter selbstverständlicher Einbeziehung der Eltern und Partizipation der Kinder und Jugendlichen im pädagogischen Alltag, kann aus dem „kleinsten gemeinsamen Nenner“ oft eine tragfähige professionelle Beziehung werden, auf dessen Grundlage sich weitere positive Entwicklungen anstoßen und realisieren lassen.

Lebensräume suchen

Im Bereich der Wohngruppen mit freiheitsentziehenden Maßnahmen wird dieser generelle Zwangskontext der stationären Jugendhilfe durch die geschlossene Form der Unterbringung nochmal besonders deutlich hervorgehoben. Er stellt im Leben von jedem Menschen immer einen gravierenden Einschnitt in persönliche Freiheitsrechte dar, was insbesondere für Kinder und Jugendliche gilt. Denn Jugendliche befinden sich normalerweise in einer Lebensphase, die von Ablösung, zunehmender Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gekennzeichnet ist. Jugendliche probieren aus und suchen bewusst Lebensräume, die nicht ständig der Aufsicht von Erwachsenen unterliegen. Das entspricht den Anforderungen der Entwicklungsphase von Jugendlichen auf dem Sprung ins Leben als junger Erwachsener.

Die optima ratio

Doch was ist, wenn diese Entwicklungsphase unter deutlich belasteten und erschwerenden Umständen stattfindet? Wenn traumatisierende Lebenserfahrungen bei jungen Menschen dafür gesorgt haben, dass sie sich bei zunehmender Selbstbestimmung für selbst- oder fremdgefährdende Verhaltensweisen „entscheiden“? Wenn Kinder und Jugendliche sich in Beziehungen zu anderen Menschen begeben, die ihnen nicht gut tun und deutliche Gefahren für die eigene Entwicklung mit sich mitbringen? Wie weit muss eine negative Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen vorangeschritten sein, um die Unterbringung in einer freiheitsentziehenden Wohngruppe als „ultima ratio“ ethisch zu rechtfertigen?

Wir vertreten die Haltung, dass nicht das Maß der Auffälligkeiten im Verhalten von Kindern und Jugendlichen die Notwendigkeit der freiheitsentziehenden Maßnahme legitimieren sollte, sondern das Verständnis aller Beteiligten im jeweiligen Einzelfall darüber, dass der Zwangskontext im Bereich einer Wohngruppe mit freiheitsentziehenden Maßnahmen eine Hilfe sein kann. Diese Entscheidung soll gefällt werden im Sinne einer „optima ratio“, durch die für eine gewisse Zeit ein sicherer Schutzraum gewährt wird, um negative Entwicklungsspiralen anzuhalten und zu durchbrechen.

Keine Strafmaßnahme

Die Unterbringung im Rahmen freiheitsentziehender Maßnahmen ist keine Strafmaßnahme und sollte in der Lebenswelt aller Beteiligten auch nicht so verstanden werden. Vielmehr geht es um einen Schutzauftrag zur emotionalen wie sozialen Stabilisierung.  Wenn Eltern, Kinder, Jugendliche, Jugendamtsmitarbeiter und pädagogische Mitarbeiter der durchführenden Einrichtung gemeinsam diese Haltung teilen,  dann hat die Unterbringung im Bereich der freiheitsentziehenden Maßnahmen eine gute Chance auf Erfolg.

Unsere intensivpädagogischen Wohngruppen bieten jeweils sieben männlichen Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren, die in ihren bisherigen Lebensumfeldern nicht mehr adäquat gefördert werden können und ein intensives Betreuungssetting benötigen, einen vorübergehenden Lebens-​ und Wohnort.  

Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in diese Wohngruppen aufgenommen werden, haben zum Teil traumatische Erfahrungen, seelische Misshandlungen und eine Vielzahl von Beziehungsabbrüchen erlebt. Sie zeigen oftmals starke Verhaltensauffälligkeiten und große Defizite im Lern- und Arbeitsbereich. Auf der Grundlage eines individuellen, ressourcen-​ und bedürfnisorientierten Handlungskonzeptes bieten wir Raum für Individualität, Anderssein und Widersprüchlichkeit, positive Zuwendung, emotionale Geborgenheit, Zuverlässigkeit und pädagogische Präsenz.

Im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit steht die Akzeptanz der Persönlichkeit des Einzelnen. Wir holen die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an dem Punkt ihres Lebensweges ab, an dem sie zu uns kommen, um gemeinsam mit ihnen ihre Zukunft positiv zu gestalten. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen in den Wohngruppen zielt darauf ab, sie durch pädagogische Präsenz in ihren sozialen Kompetenzen zu fördern sowie ihre Entwicklung auf der Basis ihrer individuellen Stärken und Ressourcen zu unterstützen. 

Unser Ziel ist es, den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Halt und Orientierung zu geben, sie in ihrer Entwicklung und ihrer Erziehung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern und eine realistische Zukunftsperspektive mit ihnen zu entwickeln.

Sie haben die Möglichkeit, ihr Lebensumfeld in unterschiedlichen Bereichen aktiv mitzugestalten und neue Lernerfahrungen zu machen.

 

Das bedeutet im Einzelnen:

  • Erarbeitung einer positiven Selbstsicht
  • Entwicklung eines realistischen Selbstbildes
  • Erleben von positiven Beziehungen
  • Wahrnehmung und Respektierung eigener und fremder Grenzen
  • Wahrnehmung eigener und fremder Emotionen und Bedürfnisse
  • Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln
  • Erlernen von lebenspraktischen und sozialen Fähigkeiten
  • Entwicklung einer langfristigen Perspektive

Multiprofessionelle Ansätze, tiergestützte Pädagogik, Biografiearbeit, pädagogisch-psychologisches Fachwissen und fachliche Schwerpunkte der jeweiligen intensivpädagogischen Wohngruppen in den Bereichen Jugendhilfe-Psychiatrie, Traumapädagogik, Erlebnispädagogik und sexuelle Devianz prägen unsere Arbeit.

Unsere intensivpädagogischen Wohngruppen bieten als Tandemgruppen auch den Kindern und Jugendlichen einen Lebens- und Wohnraum, die sich in den intensivpädagogischen Wohngruppen im Rahmen freiheitsentziehender Maßnahmen in ihrem Verhalten so positiv verändert haben, dass diese gute Entwicklung bei uns stabilisiert werden kann. Die pädagogische Arbeit der jeweiligen Tandem-Wohngruppen ist aufeinander abgestimmt und es finden ein reger Austausch der Pädagog*innen untereinander und gemeinsame Freizeitunternehmungen miteinander statt, um den wichtigen Übergang gut für diese Kinder und Jugendlichen zu gestalten.

 

Über eine Aufnahme wird nach Situation in der Wohngruppe nach Aktenlage, einer ausführlichen Anamnese und nach einem Vorstellungsgespräch entschieden.

 

Rechtsgrundlagen:

§27 SGB VIII in Verbindung mit §§34, 35a, 41 SGB VIII.

Aufnahmealter: ab 12 Jahren

Platzzahl: 34 (vier Siebener- und eine Sechserwohngruppe)

Stellenschlüssel: 1:1,17

In unseren Wohngruppen im Rahmen freiheitsentziehender Maßnahmen (FEM) bieten wir Jungen ab 12 Jahren einen gleichermaßen strukturierten wie individualisierten Wohn- und Lebensraum im Rahmen einer intensiv-pädagogischen Betreuung mit unterschiedlichen fachlichen Ausrichtungen.

Die Biografien der bei uns lebenden Jungen sind oft durch viele Beziehungsabbrüche, dem Durchlaufen verschiedener Jugendhilfeangebote und aufkommenden delinquenten Verhaltensweisen gekennzeichnet. Häufig liegen bereits zahlreiche Diagnosen wie Störung des Sozialverhaltens, ADHS, und/ oder verschiedene Traumafolgestörungen vor.

Durch die in diesen Wohngruppen vorhandene Freiheitsbeschränkung, erreichen wir eine Anwesenheit der Kinder und Jugendlichen, um somit die Grundvoraussetzung für die pädagogische Erreichbarkeit zu schaffen, wenn Entweichen ein fester und regelmäßiger Bestandteil eines Verhaltensrepertoires geworden ist.  Gerade das häufige Weglaufen von Kindern und Jugendlichen und das damit oft verbundene „auf der Straße unterwegs sein“ bringen sowohl fremd- als auch eigen gefährdende Situationen mit sich. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, die in ihrer Biografie bereits traumatisierende Erfahrungen machen mussten und somit verstärkt Gefahr laufen, sich unbewusst in gefährdende Situationen und Beziehungsmuster zu begeben.

Die vorübergehende freiheitsentziehende Maßnahme in einer Wohngruppe stellt somit einen wichtigen Schutzfaktor vor erneuten Traumatisierungen dar, verhindert aber auch das Verfestigen einer möglichen bereits beginnenden Täterschaft, da Jugendliche sich bei Entweichungen oft in delinquenten Milieus aufhalten und nicht selten neue Straftaten begehen.

Konstante Bezugspersonen

Die Jungen erleben oft zum ersten Mal seit langer Zeit wieder konstante und verlässliche Bezugspersonen, die Zeit haben sich intensiv mit jedem einzelnen Jugendlichen zu beschäftigen und individuell auf diesen einzugehen. Gleichzeitig sorgt ein in hohem Maße durchstrukturierter und transparenter Tagesablauf dafür, dass das Verhalten von Erwachsenen aus Sicht der Jugendlichen einschätzbar, nachvollziehbar und in positiver Weise vorhersehbar wird, so dass sich ein Gefühl von Sicherheit einstellen kann. Das Erleben von Sicherheit ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die bei uns lebenden Jugendlichen sich langsam von bisherigen, destruktiven Verhaltensmustern lösen und neue erwerben können.  Die Entwicklung neuer Verhaltensweisen erfolgt für jeden Jungen gemäß seiner Entwicklung in seiner eigenen Geschwindigkeit, unter Berücksichtigung seiner Wünsche und Bedürfnisse und wird neben den pädagogischen Mitarbeitern der Wohngruppen von externen Therapeuten unterstützt und begleitet. Die regelmäßige Freiheitserprobung ist hierbei von Anfang an fester Bestandteil des Alltages der Jugendlichen.

Wir verstehen uns auch und gerade im Bereich der freiheitsentziehenden Wohngruppen als pädagogische Einrichtung, die sich an den Grundsätzen und Zielen des SGB VIII orientiert. Multiprofessionelle Ansätze, tiergestützte Pädagogik, Biografiearbeit, pädagogisch-psychologisches Fachwissen und fachliche Schwerpunkte der jeweiligen intensivpädagogischen Wohngruppen in den Bereichen Jugendhilfe-Psychiatrie, Traumapädagogik, Erlebnispädagogik und sexuelle Devianz prägen unsere Arbeit.

Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche darin zu unterstützen, trotz oft sehr belasteter Biografien eine positive, wertschätzende und akzeptierende Sicht auf sich selber und das Leben zu entwickeln. Sich selber und sein Handeln als selbstwirksam zu erleben und mit anderen Menschen auf angemessene Art in Verbindung gehen zu können, sind wichtige Schlüsselfaktoren sowohl für die eigene Lebensgestaltung eines jeden Kindes und Jugendlichen als auch für ein gutes Zusammenleben in unserer Gesellschaft.

 

Rahmenbedingungen

Rechtsgrundlagen: § 27 in Verbindung mit §34; §35a SGB VIII und § 1631b BGB; §§ 71/72 JGG

Platzzahl: 36 Plätze aufgeteilt auf 1 x 6, 3 x 7, 1 x 9

Aufnahmealter: ab 12 Jahren

Über eine Aufnahme wird nach Situation in der Gruppe, nach Aktenlage, einer ausführlichen Anamnese und nach einem Vorstellungsgespräch entschieden.

Betreuungsschlüssel: 1: 0,72

Die Alexianer Martinistift GmbH stellt verschiedene Angebote für sexuell grenzverletzende männliche Jugendliche bereit.

Mit unserem intensivpädagogischen Angebot in unterschiedlichen Betreuungssettings sind Jungen ab zehn Jahren angesprochen, die bereits vor der Pubertät durch sexuell grenzverletzendes Verhalten auffallen oder mit sexuell grenzverletzendem Verhalten massiv die Grenzen anderer Kinder überschritten haben. Wir begleiten die Jungen in ihrer Problematik und wirken unterstützend und kontrollierend. Wir begleiten sie dabei, entsprechend ihrer Fähigkeiten, Verantwortung zu übernehmen und schädliche Verhaltensmuster zu korrigieren. Unter Berücksichtigung eines respektvollen Umgangs mit eigenen und fremden Grenzen soll langfristig eine Basis für eine Verhaltensänderung gelegt werden.

Unsere Zusammenarbeit mit den Jungen ist geprägt von Akzeptanz, Wertschätzung und Respekt den Jugendlichen und deren Familien gegenüber, unabhängig von ihrer ethnischen, sozialen und religiösen Herkunft. Wir sehen unsere Aufgabe darin, die individuellen Stärken und Ressourcen der Jungen zu erkennen und zu fördern, ihnen neue Erfahrungen zu ermöglichen und alternative Lebensentwürfe aufzuzeigen ohne aber die notwendige Grenzziehung aus den Augen zu verlieren.

Die intensivpädagogischen Gruppen bieten Jungen im Alter ab zehn Jahren mit sexuell abweichendem Verhalten und Störungen der Emotionen und der psychosexuellen Entwicklung einen zeitlich begrenzten Lebensraum. Hier können sie sich sicher und angenommen fühlen, entsprechend gefördert und therapeutisch begleitet werden.

Traumatische Erfahrungen

Angesprochen sind vor allem Jungen, die aufgrund ihrer Lebensgeschichte und traumatischer Erfahrungen sexuell auffällige Verhaltensweisen entwickelt haben. Das Aufwachsen in Systemen, die tragfähige Beziehungen nicht ermöglicht haben oder die den Beeinträchtigungen nicht ausreichend gewachsen waren, sowie massive Gewalterfahrungen, sexueller Missbrauch und emotionale Verarmung sind zum großen Teil ursächlich für die aktuellen Problemlagen. Es ist kennzeichnend für Kinder und Jugendliche, die ein hochgradig grenzüberschrei­tendes Verhalten gezeigt haben, dass sie Grenzen und Strukturen nicht erkennen bzw. nicht akzeptieren können.

Die Wohngruppen bieten diesen Jungen einen geschützten Rahmen, in dem sie entsprechend ihrer Fähigkeiten betreut, gefördert und gefordert werden können. Sie haben die Möglichkeit, ihr Lebensumfeld in unterschiedlichen Bereichen aktiv mitzugestalten und neue Lernerfahrungen zu machen. Ein hoch strukturierter Tagesablauf, Beziehungs­arbeit und Gruppenpädagogik werden so aufeinander bezogen, dass in den Gruppen ein heilendes und helfendes Milieu entsteht.

 

Das bedeutet im Einzelnen:

  • Bearbeitung der eigenen Gewalterfahrung
  • Bearbeitung ihres sexuell grenzverletzenden Verhaltens
  • Entwicklung eines realistischen Selbstbildes
  • Erarbeitung einer realistischen Erwartung in einer Beziehung
  • Wahrnehmung und Respektierung eigener und fremder Grenzen
  • Wahrnehmung eigener und fremder Emotionen und Bedürfnisse
  • Entwicklung einer konstruktiven Geschlechts- und Rollenidentität
  • Erfahrung von Selbstwirksamkeit

Die Alexia­ner Martinistift GmbH ist mit Fachverbänden wie der BAG KJSGV e.V. und der DGfPI e.V. vernetzt.

 

Therapie

Auf diese Jugendhilfemaßnahmen abgestimmt, ist eine spezifische, deliktorientierte Therapie, die von unserem Kooperationspartner, der Ärztlichen Kinderschutzambulanz Münster, durchgeführt wird. Pädagogik und Therapie greifen eng ineinander, so dass die pädagogische Arbeit in der Intensivgruppe bezogen auf den therapeutischen Prozess eine co-therapeutische Funktion hat. Ziel dieser Maßnahme ist es, durch Pädagogik und Therapie grundlegende Verhaltens­änderungen bei den Jugendlichen zu erreichen und ihre Integration in die Gesellschaft zu fördern.

Da die Therapie der Jugendlichen integrativer Bestandteil dieser Hilfeform ist, verpflichten sich die Kostenträger zur Kostenübernahme des in dem Kooperationsvertrag festgelegten Entgeltes und des therapeutischen Angebots, das durch die Ärztliche Kinderschutzambulanz Münster abgerechnet wird.

 

Rahmenbedingungen

Rechtsgrundlagen: §27 in Verbindung mit §34; §35a SGB VIII und in Einzelfällen nach §53 SGB XII, ggfs. 1631b BGB

Platzzahl: 7, 7, 9

Aufnahmealter: ab 10 Jahren. Für das Aufnahmealter nach oben gibt es keine Begrenzung, da in vielen Fällen das Lebensalter nicht mit dem Entwicklungsalter übereinstimmt. Über eine Aufnahme wird nach Situation in der Gruppe, nach Aktenlage, einer ausführlichen Anamnese und nach einem Vorstellungsgespräch entschieden.

Betreuungsschlüssel: 1:0,72

Die Außenwohngruppe Roxel bietet neun männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit herausforderndem Verhalten und beeinträchtigter Emotionsregulation  vor dem Hintergrund einer belasteten Lebenssituation einen Wohnraum auf Zeit. Hier können sie sich sicher und angenommen fühlen, entsprechend gefördert werden und auf eine eigenständige Lebensführung vorbereitet werden.

Im Rahmen eines Verselbständigungskonzeptes werden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen langsam an ein eigenständiges Leben herangeführt. Die einzelnen Phasen der Verselbständigung beinhalten unterschiedliche Betreuungssettings und -schwerpunkte (Betreuung im Gruppensetting, Bezug eines Appartements innerhalb des Hauses, Trainingswohnung).      

Jeder Jugendliche / junge Erwachsene wird entsprechend seiner Entwicklung und seiner Bedarfe einer Phase zugeordnet. In regelmäßigen Abständen reflektieren wir mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihre Entwicklung und überprüfen gemeinsam, ob der Verbleib im jeweiligen Betreuungssetting für die weitere Entwicklung noch zielführend ist. Ein Wechsel des Betreuungssettings und der Betreuungsintensität kann jederzeit ohne einen Wechsel des Wohnortes erfolgen und bedeutet keinen Beziehungsverlust. Die Übergänge können fließend gestaltet werden.

Wir verstehen unsere Aufgabe darin, die individuellen Stärken und Ressourcen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erkennen und zu fördern, ihnen neue Erfahrungen zu ermöglichen und alternative Lebensentwürfe aufzuzeigen.

Die Wohngruppe besteht aus einem dreistöckigen Haus mit Garten in zentraler Lage von Münster-Roxel. Für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen sechs Einzelzimmer mit Bad sowie drei Appartements zur weiteren Verselbständigung zur Verfügung. Zur gemeinschaftlichen Nutzung gibt es eine Küche, ein Wohnzimmer und einen Garten.

In unmittelbarer Nähe zur Wohngruppe befinden sich zwei Trainingswohnungen, die zur weiteren Vorbereitung auf die eigenständige Lebensführung genutzt werden können. Alle Schulformen, Praktikums- und Ausbildungsbetriebe sowie die Einrichtungen der Alexianer Martinstift GmbH sind gut zu erreichen.

 

Rechtsgrundlage

§27 in Verb. §§34, 35a, 41 SGB VIII.

Aufnahmealter: 15–21 Jahre

Platzzahl: neun

Stellenschlüssel: 1:1,75

Das Team 16+ bietet einerseits Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in ihrem bisherigen Lebensraum nicht mehr adäquat gefördert werden können (z.B. gruppenmüde sind, nicht gruppenfähig sind) und andererseits veränderungsbereiten Jugendliche und jungen Erwachsenen, die sich schulisch und beruflich ausbilden und auf eine eigenständige Lebensführung vorbereitet werden wollen, ein Setting, indem sie gefördert und begleitet werden

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen leben in Wohngemeinschaften am Standort Dülmen- Buldern oder in Wohnungen in der unmittelbaren Nähe, die über die Alexianer Martinistift GmbH angemietet sind.

Am Standort befinden sich neben zwei Wohnungen das Büro der Pädagog*innen sowie in einem ehemaligen Ladenlokal ein Aufenthaltsraum mit einer Küche und Freizeitmöglichkeiten. Eine Waschmaschine und ein Trockner stehen allen Bewohnern zur Verfügung.

Neben den Terminen, die die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit ihren jeweiligen Bezugspädagog*innen vereinbaren, sowie den „Gruppenterminen“ sind die Pädagog*innen werktäglich und an den Wochenenden zu festgelegten Zeiten am Standort Buldern zu erreichen. Außerhalb dieser Zeiten sind die Pädagog*innen im Rahmen einer Rufbereitschaft erreichbar.

Wir verstehen unsere Aufgabe darin, die individuellen Stärken und Ressourcen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erkennen und zu fördern, ihnen neue Erfahrungen zu ermöglichen und alternative Lebensentwürfe aufzuzeigen und auszuprobieren. Zur Entwicklung einer neuen Lebensperspektive erhalten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen Begleitung und Hilfestellung im sozial-emotionalen und lebenspraktischen Bereich sowie bei der schulischen und beruflichen Perspektive.

Alle Schulformen, Praktikums- und Ausbildungsbetriebe sowie die Einrichtungen der Alexianer Martinstift GmbH sind gut zu erreichen.

 

Rechtsgrundlage

§27 in Verbindung mit §§34, 35a, 41 SGB VIII

Aufnahmealter: ab 16 Jahre

Platzzahl: zehn

 


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