„Einem starken Gefühl die Regie nehmen...“

AlexTalk Angststörungen
EOS-Chefärztin Dr. Doris Sewing (l.) und Dr. Diane Lange (Ltd. Psychologin EOS-Klinik) stellten im Gespräch mit Michael Bührke (Unternehmenskommunikation) Behandlungswege bei Angsterkrankungen vor und beantworteten zahlreiche Fragen der Zuschauer vor Ort und an den Bildschirmen.

, Alexianer Münster GmbH

Dr. Doris Sewing und Dr. Diane Lange (EOS-Klinik) erläuterten Angststörungen und Behandlungswege::
„Angst ist ein schlechter Ratgeber“, heißt es im Volksmund. Doch ist das eigentlich wirklich so? „Nicht ganz, denn Angst ist zunächst einmal eine starke und sinnvolle menschliche Emotion und sie bewahrt uns vor so manchen gefährlichen Situationen“, stellte Dr. Doris Sewing ihren Ausführungen beim Alex Talk zum Thema Angststörungen voran.

Doch das Gefühl von Angst und Panik kann eben auch überschwappen und sich quasi grundlos verselbständigen, wie es zum Beispiel bei Angsterkrankungen der Fall ist:

Oft begleitet von tatsächlich aufkommenden starken körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schweißausbrüchen oder Fluchtgedanken empfinden viele Menschen ihre ganz plötzlich aufkommende Panik oder Angst dann tatsächlich als lebensbedrohlich, obwohl eine objektive Gefahr nicht besteht. Ungefähr 15-20 Prozent der Menschen leiden im Laufe ihres Lebens unter einer Angststörung und sie gehört damit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. So folgten auch beim jüngsten AlexTalk viele Betroffene vor Ort und knapp 250 Zuschauer online, welche Hilfestellungen es bei krankhaften Panik- und Angststörungen gibt:

„Die effektivste Behandlung ist und bleibt die Konfrontationstherapie“, erläuterte hierzu Dr. Diane Lange, die als leitende Psychologin in der EOS-Klinik täglich auch Angstpatient*innen behandelt.

Im Klartext hieße dies, sich eben in den angstauslösenden Fahrstuhl zu begeben, in den vollen Supermarkt zu gehen oder auch trotz der übergroßen Angst des Blamierens vor großem Publikum einen Vortrag zu halten.

„Aber solche und andere Reizkonfrontationen bereiten wir natürlich gemeinsam mit unseren Patient*innen sehr intensiv vor“, erklärte Lange und fügte hinzu: „In der konkreten Behandlung schauen wir auf die Entstehungsbedingungen der Ängste, konfrontieren die Betroffenen unter therapeutischer Anleitung oder auch mittels Videofeedback (bei sozialen Phobien) ganz bewusst Schritt für Schritt mit ihren Ängsten. Auf diese Weise lernen sie, am Ende immer besser den Angst-Situationen standzuhalten statt sie zu vermeiden.“

Insbesondere die begleitende Videoanalyse sei dabei sehr hilfreich, um die oftmals sehr verzerrten Vorstellungsbilder des Selbst ins Positive korrigieren zu können.
Sind Angststörungen vererbbar? Gibt es Alternativen zur Konfrontationstherapie? Wie steht es um eine medikamentöse Therapie? Wie hängen Angsterkrankungen und Depressionen zusammen? Auf viele Zuschauerfragen vor Ort wie auch aus dem Live-Chat gingen die beiden Expertinnen ausführlich ein.

Am Ende stand für viele der Anwesenden fest: Eine Behandlung gibt gute Aussichten, die Angsterkrankung in den Griff zu bekommen oder bei wiederkehrender Erkrankung zumindest ein geeignetes Rüstzeug für einen Umgang damit zu haben. Stream zum Nachschauen unter: www.alexianer-muenster.de/unternehmen/aktuelles/mediathek