Auf dem Board ein Stück ins Leben zurück

, Einrichtungen Münster

Verein skate-aid spendet an Alexianer-Jugendhilfe

„Lila oder weiß?“ Als Jonas Steinert vom Münsteraner Verein skate-aid die Bretter auspackt, fällt die Wahl nicht schwer: Beide Skateboard-Varianten sehen „voll geil“ aus, wie ein junger Bewohner des Hauses Michael findet. Mit der Spende, die skate-aid über den Jahreswechsel an insgesamt zwei Jugendhilfe-Einrichtungen der Alexianer überreicht hat, haben die Organisatoren voll ins Schwarze getroffen.

Max (Name geändert) und seine Mitbewohner sind auf den ersten Blick typische Teenager: Der eine groß und schlaksig, die andere mit gefärbten Haaren und im Freizeit-Look, wieder ein anderer mit schwarzen Gothic-Klamotten. Auf den zweiten Blick erkennt man ihre Besonderheiten: der ständige nervöse Griff an den Kopf, die tiefe Wunde am Bein … Max und seine Mitbewohner sind psychisch krank. Sie leben im Haus Michael der Alexianer in Münster. In dieser Einrichtung werden Jugendliche und junge Erwachsene betreut, die aufgrund ihrer schweren traumatischen Erlebnisse und ihrer psychischen Erkrankung derzeit nicht am normalen Alltag Gleichaltriger teilnehmen können. Im Haus Michael lernen sie über Jahre in enger Betreuung und Therapie, den Weg zurück ins Leben zu finden.

„Skaten kann dabei helfen“, weiß Jonas Steinert, Mitarbeiter bei skate-aid. „Sich ausprobieren, sich etwas erarbeiten – das funktioniert nur, wenn man sich selbst motivieren kann und lernt.“ Über den Sponsor Westenergie wurden fünf Boards für das Haus Michael und fünf Boards für das Alexianer Martinistift, ebenfalls eine Jugendhilfe-Einrichtung, finanziert. Das Besondere: Die Skateboards wurden nicht fertig geliefert, sondern in Einzelteilen zum selbst Zusammenbauen. Eine spannende Aufgabe, wie auch die Jugendlichen durchweg feststellten: Wohin gehört das Lager, welches Werkzeug ist das richtige? Ein Video leitet dabei später an.

„Fällt es den Kindern und Jugendlichen oft schwer, sich für Schule oder Freizeitaktivitäten zu motivieren, bietet das Board eine individuelle Möglichkeit, eigene Fähigkeiten zu erkennen“, weiß Melanie Brödner, die die Standortleitung für die Jugendhilfe des katholischen Trägers innehat.

Im Nottulner Martinistift, wo Jonas Steinert bereits einige Tage zuvor die Bretter verteilte, flitzen die ersten Bewohner schon gekonnt über die Wege. Auch hier hieß es: „Selbst ist der Skater“ und die Boards kamen als Bausatz. Mittlerweile haben die Jungen erste kleine Tricks auf Lager. „Zum Auspowern, gerade mit den Corona-Auflagen, ist Skaten ideal“, bestätigt auch Sven Homann, Pädagogischer Leiter im Martinistift.

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