Erfahren und Erleben mit allen Sinnen

Ganzheitliches Erleben an zwölf Erfahrungsstationen - der Sinnespark auf dem Alexianer-Campus in Amelsbüren!

Sehen, Tasten, Fühlen, Hören, Riechen: Als Kind lernen wir durch all unsere Sinne die Welt kennen. Wir erhören, erschauen, erriechen, erschmecken und ertasten sie. Durch die Sinne machen wir überlebenswichtige Erfahrungen. Durch unsere Sinne begreifen wir unsere Umwelt und lernen, uns in der Welt zurecht zu finden.

Der Sinnespark auf unserem Campus ermöglicht wahrhaft sinnvolle Auszeiten, Raum für Erleben, Ruhe und Genuss.

Die Beschäftigung mit den Gedanken und Arbeiten von Hugo Kükelhaus (1900 bis 1984) zur Sinneserfahrung gab den entscheidenden Impuls zur Schaffung des Sinnesparks.

Der Philosoph, Pädagoge, Naturwissenschaftler, Zimmermann und freie Schriftsteller machte darauf aufmerksam, wie sehr sich in unserer hoch technisierten, naturfernen Umwelt die Sinneswahrnehmung des Menschen verändert hat. So werden die Augen und das Gehör meist überstrapaziert und überfordert. Der Tastsinn, der Geschmacks- und Geruchssinn und unser Gleichgewichtssinn hingegen werden nicht mehr ihrem natürlichen Potential entsprechend gefordert und verkümmern.

Hugo Kükelhaus entwickelte in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts zur Wieder- und Neuentdeckung der Sinne ein „Erfahrungsfeld zur Bewegung und Besinnung“. In den Erfahrungsstationen des Sinnesparks finden sich Objekte des Erfahrungsfeldes von Kükelhaus wieder, so die Rieseltafel, der Summstein, die Partnerschaukel und die Hörrohre.  Andere Stationen wurden eigens für den Sinnespark entworfen und gebaut. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Hugo Kükelhaus Stiftung.

Der Park wurde 1994 nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht. Auf einer Fläche von ca. zwei Hektar laden die unterschiedlichen Erfahrungsstationen den Besucher ein, seine Sinne auf spielerische Art und Weise ganzheitlich wahrzunehmen und zu erproben.

Der Park ist für Jedermann geöffnet. Für interessierte Besuchergruppen gibt es nach telefonischer Vereinbarung die Möglichkeit zu Führungen durch den Park.

Der Sinnespark schafft für Bewohner und Patienten ein ganz besonderes Wohnumfeld.Neben der Wohnumfeldverbesserung der im Alexianer-Krankenhaus lebenden Bewohner und dem therapeutischen Nutzen für die Patienten der Klinik eröffnet der Sinnespark jedem Besucher die Möglichkeit, die Gesamtheit seiner Sinne neu zu erfahren. Zugleich schafft die Öffnung des Parks für jedermann ein ganz natürliches Begegnungsfeld zwischen Behinderten und Nichtbehinderten, zwischen jungen und alten, kranken und gesunden Menschen. Es entsteht ein Berührungsfeld, welches der Ausgrenzung behinderter und psychisch kranker Menschen entgegenwirkt.

Der Park war und ist Modell für eine Vielzahl von „neuen“ Gartenprojekten, sei es im Behindertenbereich, in Einrichtungen der Altenpflege, Kindergärten, Krankenhäusern oder auch im Bereich des öffentlichen Grüns.

Mit Führungen und Informationsveranstaltungen für ganz unterschiedliche Interessengruppen (Vereine, Verbände, Schulen, Einrichtungen etc.) ist der Park mit rund 20.000 Besuchern im Jahr heute ein beliebtes Ausflugsziel für die gesamte Öffentlichkeit.

Der Park wurde im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) gebaut. Er wurde gefördert aus Mitteln der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Erfahrungsstationen

Lithophon

Die pentatonisch gestimmten Steinklangstäbe erlauben auch dem ungeübten „Musiker“ ein wohlklingendes und harmonisches Spiel.

Klingende Basaltsäulen

Auch Steine klingen. Das erfährt man, wenn man die natürlich gewachsenen Basaltsäulen anschlägt...und jede Säule klingt anders.

Schule des Gehens

Barfuß tasten sich die Füße vor und erproben die verschiedenen Untergründe. Nervenbahnen verbinden die Fußsohlen mit allen Organen des Körpers und leiten die belebende Wirkung zu ihnen weiter...

Bachlauf

Verschiedene Phänomene des Wassers – springend, murmelnd, plätschernd, tropfend, langsam und schnell fließend- sind hier wahrnehmbar.

Kräutergarten

Im Wandel der Jahreszeiten  wechseln die Farben und die Gerüche. In den Hochbeeten und in den Fugen der Trockenmauern sind die viele Pflanzenarten zu entdecken, darunter viele Duft- und Gewürzpflanzen.

Begehbare Spiegelskulptur

Spieglein, Spieglein im Sinnespark, zeige mich schlank, zeige mich stark!

Diese große Spiegelskulptur formt mal groß, mal klein, mal dick, mal dünn und erheitert und erstaunt den Betrachter seines eigenen Spiegelbildes auf viele Arten.

Summstein

Steckt man den Kopf in die Aushöhlung des Steines und summt in verschiedenen Stimmlagen, findet man den Ton, der Resonanz auslöst und den ganzen Körper in wohltuende harmonische Schwingungen versetzt.

Feuerplatz

Nahe am Wasser lädt dieser idyllische Platz zu Lagerfeuer und Picknick ein.

Rieseltafel

Beim Drehen der Rieseltafel setzt sich ein Gemisch aus zwei verschiedenartigen Substraten und Körnungen in Bewegung und rieselt durch kleine Trichteröffnungen.

Es entstehen immer neue Formationen – Erosion und gleichzeitig neuer Aufbau – das Phänomen Zeit wird erlebbar.

Murmelturm

Durch herabrollende Kugeln entstehen überraschende Klänge.

Partnerschaukel

Der Anstoß des einen Partners (aktiv) bringt die Schaukel in Schwingung. Der Schwung wird auf den anderen Partner (passiv) übertragen und von diesem wieder zurückgegeben. Lassen sich die Partner darauf ein, entsteht ein Wechselspiel zwischen Aktiv und Passiv – ein Geben und Nehmen.


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