Unsere stationären Angebote

Die Alexianer Martinistift GmbH verfügt auf dem Gelände in Nottuln-Appelhülsen über zehn Wohngruppen für männliche Kinder und Jugendliche im Alter von 10-18 Jahren.

Das Angebot der Wohngruppen umfasst ausschließlich offene pädagogische Intensivangebote und pädagogische Intensivangebote im Rahmen freiheitsentziehender Maßnahmen. Weiterhin betreiben wir Außenwohngruppen in Coesfeld (Intensivgruppe), Münster-Roxel (Regelgruppe mit Verselbständigung), Dülmen-Buldern (Betreutes Wohnen), Haltern (Regelgruppe für Mädchen) und Münster-Hiltrup (Regelgruppe für Kinder und Jugendliche).

Alle Gruppen bewohnen großzügige Doppelhaushälften bzw. Einzelhäuser mit Terrasse oder Garten. Die Gruppenhäuser verfügen über verschiedene Freizeit- und Sozialräume sowie eine eigene Küche. Den Jugendlichen steht ausnahmslos ein Einzelzimmer zur Verfügung. Die Gruppen werden durch das pädagogische Leitungsteam und einem Familientherapeuten der Alexianer Martinistift GmbH unterstützt und beraten.

In den Intensivpädagogischen Wohngruppen mit freiheitsentziehenden Maßnahmen betreuen wir jeweils sechs oder sieben männliche Kinder und Jugendliche, die zu einer nachhaltigen Verhaltensveränderung einen hochstrukturierten Rahmen benötigen. Dieser stellt ihre Anwesenheit weitgehend sicher bzw. verhindert auch das Weglaufen der Jugendlichen.

Die Kinder und Jugendlichen, die wir in den FM-Gruppen aufnehmen, entziehen sich den altersgemäßen Anforderungen und pädagogischen Bemühungen durch Weglaufen und/oder Verweigerung. Damit sind in der Regel erhebliche Selbst- und/oder Fremdgefährdungen verbunden, die die Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit erheblich be- und/oder verhindern. Die Intensivgruppen mit freiheitsentziehenden Maßnahmen bieten Kindern und Jugendlichen mit Störungen im Sozialverhalten, traumatischen Erlebnissen, Persönlichkeitsstörungen und anderen Störungen vor dem Hintergrund besonders belastender Lebenssituationen einen Lebensraum, in dem sie sich sicher und angenommen fühlen und individuell gefördert werden können.

Unser Ziel ist es, diese Jugendlichen zu unterstützen, damit sie ihre Ziele erreichen können. Wir verstehen uns als pädagogische Einrichtung, die den Jugendlichen Hilfen anbietet und immer wieder Möglichkeiten der Freiheitserprobung versucht. Hierin unterscheiden wir uns deutlich von Haftanstalten.

Die über die Geschlossenheit erreichte Anwesenheit dieser jungen Menschen ist zunächst einmal notwendig, um sie überhaupt pädagogisch erreichen zu können.

 

Rechtsgrundlagen:

§ 27 in Verbindung mit §§ 34, 35a SGB VIII, §1631b BGB, §§71, 72 JGG (Vermeidung von U-Haft). Aufnahmealter: ab 12 Jahren, Platzzahl: sechs oder sieben je Gruppe, Stellenschlüssel: 1:0,72.

Die offenen Intensivangebote dieser vier Gruppen bieten jeweils sieben männlichen Jugendlichen, die in ihren bisherigen Lebensumfeldern nicht mehr adäquat gefördert werden können und ein intensives Betreuungssetting benötigen, einen positiven Lebens- und Wohnort. Gemeinsam mit ihnen können wir hier ihre Rechte auf Erziehung zu eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten realisieren.

Die Jugendlichen, die in diesen Gruppen aufgenommen werden, haben zum Teil traumatische Erfahrungen, seelische Misshandlungen und eine Vielzahl von Beziehungsabbrüchen erlebt. Sie zeigen oftmals starke Verhaltensauffälligkeiten und große Defizite im Lern- und Arbeitsbereich. Auf der Grundlage eines individuellen, ressourcen- und bedürfnisorientierten Handlungskonzeptes bieten wir Raum für Individualität, Anderssein und Widersprüchlichkeit, positive Zuwendung, emotionale Geborgenheit, Zuverlässigkeit und hohe pädagogische Präsenz.

Wir zeigen alternative Handlungs- und Lebensentwürfe auf, ohne die notwendigen Grenzsetzungen aus den Augen zu verlieren. Die Gruppen bieten auch denjenigen Jugendlichen einen Platz, die die Programme der FM-Gruppen durchlaufen haben und die in einer weiteren Betreuung in der Alexianer Martinistift GmbH positive Entwicklungsmöglichkeiten für sich erkennen können.

Die jeweiligen Schwerpunkte dieser Intensivgruppen sind mit der jeweiligen Partnergruppe aus dem FM-Bereich abgestimmt. Um die enorm wichtigen Übergänge gut mit den Jugendlichen gestalten zu können, findet ein reger Austausch der PädagogInnen statt. Es besteht auch die Möglichkeit der Begleitung des Jugendlichen durch den jeweiligen Bezugspädagogen in das neue Gruppensystem.

 

Rechtsgrundlagen:

§ 27 SGB VIII in Verbindung mit §§ 34, 35a, 41 SGB VIII. Aufnahmealter: 12-17 Jahre, Platzzahl: sieben je Gruppe, Stellenschlüssel: 1:1,17.

 

In diesen Intensivangeboten bieten wir zwei Arten der Betreuungsformen für Jungen:

FEM-Gruppe 14

In der Gruppe 14 leben neun männliche Jugendliche ab 12 Jahren, die sexuell übergriffig agiert haben und bei denen das Risiko besteht, erneut übergriffig zu werden. Den Kindern und Jugendlichen, die sich dem Erziehungsprozess entziehen, wird ein Ort geboten, an dem sie „gehalten“ und „ausgehalten“  werden und an dem sie der pädagogischen Einflussnahme nicht mehr ausweichen können. Ziel der Maßnahme ist es, durch Pädagogik und Therapie grundlegende Verhaltensänderungen bei den Jugendlichen zu erreichen und ihre Integration in die Gesellschaft zu fördern.

/// Pädagogische Angebote

Kennzeichnend für Kinder und Jugendliche mit einem hochgradig grenzüberschreitenden Verhalten ist, dass sie Grenzen und Strukturen nicht erkennen und auch nicht akzeptieren können. Daher begleiten wir die Kinder und Jugendlichen in ihrer Problematik und wirken unterstützend und kontrollierend. Wir leiten die Jugendlichen dazu an, Verantwortung zu übernehmen und Fehlverhalten zu korrigieren. Dieser Ansatz dient als Basis für eine Verhaltensänderung unter Berücksichtigung eines respektvollen Umgangs mit eigenen und fremden Grenzen.

/// Therapie

Die therapeutische Arbeit der Ärztlichen Kinderschutzambulanz Münster ist  ein fester Bestandteil und Voraussetzung für die Arbeit in dieser Gruppe. Die Therapien finden in Gruppen und als Einzeltherapie statt. Die Schnittstellen zwischen Pädagogik und Therapie werden systematisch gestaltet mit dem Ziel, eine möglichst große Synergie zu erreichen. So werden Ergebnisse der Diagnostik, des Therapieverlaufs und der Verlauf des pädagogischen Prozesses in standardisierter Weise zwischen PädagogInnen und TherapeutInnen ausgetauscht.

Rechtsgrundlage:

§ 27 in Verbindung mit §§ 34, 35a SGB VIII, § 1631b BGB. Aufnahmealter 12–16 Jahre, Platzzahl: neun, Stellenschlüssel: 1:0,72

 

Intensivgruppe 18

Die Intensivgruppe 18 bietet sieben Jungen im Alter ab 12 Jahren mit sexuell abweichendem Verhalten und Störungen der Emotionen sowie der  psychosexuellen Entwicklung einen zeitlich begrenzten Lebensraum. Hier können sie sich sicher und angenommen fühlen, entsprechend gefördert und therapeutisch begleitet werden.

Angesprochen sind hier vor allem Jungen mit kognitiven und seelischen Beeinträchtigungen, die sich im Grenzbereich zur geistigen Behinderung befinden und die aufgrund ihrer Lebensgeschichte und traumatischer Erfahrungen sexuell auffällige Verhaltensweisen entwickelt haben. Die Wohngruppe 18 bietet diesen Jungen einen geschützten Rahmen, in dem sie entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert und gefordert werden. Sie haben die Möglichkeit ihr Lebensumfeld in unterschiedlichen Bereichen aktiv mitzugestalten und neue Lernerfahrungen zu machen.

Unser Ziel ist es den Jungen, durch eine eng geführte Pädagogik und Therapie, Struktur, Halt und Orientierung zu geben, sie in ihrer Entwicklung und ihrer Erziehung im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern und eine realistische Zukunftsperspektive mit ihnen zu entwickeln. Die therapeutische Arbeit der Ärztlichen Kinderschutzambulanz Münster ist fester Bestandteil und Voraussetzung für die Arbeit in dieser Gruppe. Die Therapie findet in Gruppen und als Einzeltherapie statt. Die Schnittstellen zwischen Pädagogik und Therapie werden systematisch gestaltet mit dem Ziel, eine möglichst große Synergie zu erreichen. So werden Ergebnisse der Diagnostik, des Therapieverlaufs und der Verlauf des pädagogischen Prozesses in standardisierter Weise zwischen PädagogInnen und TherapeutInnen ausgetauscht.

Die Alexianer Martinistift GmbH ist, in Bezug auf diese Problematik, Mitglied in bundesweiten Fachverbänden. (BAG KJSGV e.V., DGfPI e.V. sowie dem Netzwerk NRW).

Rechtsgrundlagen:

§ 27 mit 34, 35a, SGB VIII und SGB XII. Aufnahmealter: ab 12 Jahre, Platzahl: sieben, Stellenschlüssel: 1:0,72.

 

Intensivpädagogische Wohngruppe für sexuell grenzverletzende Jungen

Das Angebot der Gruppe 21 richtet sich an Jungen ab zehn Jahren, die mit sexuell grenzverletzendem Verhalten massiv die Grenzen anderer Kinder überschritten haben. In der delikthomogenen Gruppe kann offen mit dem Thema der „sexuellen Devianz“ umgegangen werden. Die Jungen erleben, dass sie mit ihrer Problematik kein Einzelfall sind. Sie können im angstfreien Raum darüber sprechen und sich mit dem eigenen übergriffigen Verhalten auseinandersetzen.

Unser Ziel ist es, den Jungen durch eine eng geführte Pädagogik und Therapie Struktur, Halt und Orientierung zu geben, sie in ihrer Entwicklung zu fördern und eine realistische Zukunftsperspektive mit ihnen zu entwickeln. Wir begleiten die Kinder in ihrer Problematik und wirken unterstützend und kontrollierend. Wir leiten sie dazu an, Verantwortung zu übernehmen und ihr Fehlverhalten zu korrigieren. Dies erfolgt mit dem Ziel, eine Basis für eine Verhaltensänderung zu legen unter Berücksichtigung eines respektvollen Umgangs mit eigenen und fremden Grenzen.

Die therapeutische Arbeit der Ärztlichen Kinderschutzambulanz Münster in dieser Gruppe für sexuell auffällige Jungen ist fester Bestandteil und Voraussetzung für die Arbeit. Die Therapie findet in Gruppen und als Einzeltherapie statt.

Rechtsgrundlagen:

§ 27 in Verbindung mit §§ 34, 35a SGB VIII. Aufnahmealter: 10–13 Jahre, Platzzahl: sieben, Stellenschlüssel: 1:1,09.

 

Intensivpädagogische Wohngruppe 13

Die Gruppe 13 richtet sich an Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren mit schweren Traumatisierungen und Bindungsstörungen, die ein intensives Betreuungssetting benötigen. Die Jugendlichen haben zum Teil traumatische Erfahrungen, seelische Misshandlungen und eine Vielzahl von Beziehungsabbrüchen erlebt. Sie gehen in der Regel nur vordergründig Beziehungen ein, führen Professionelle oft an ihre Grenzen, haben in vielen Fällen den Rahmen von Gruppen gesprengt und können nur schwer erreicht werden.

Diese Gruppe ist vor allem auch das fortführende Anschlusssetting für die Jugendlichen mit sexuell übergriffigem Verhalten, die die Programme der Gruppen 14 und 21 absolviert haben, die einen weiterführenden Hilfebedarf haben und in der Alexianer Martinstift GmbH weiter gefördert werden wollen und können.

Die Arbeit mit den Jugendlichen ist bei uns transparent, wertschätzend und auf Augenhöhe. So helfen wir den Jugendlichen bei ihren individuell empfundenen Problemlagen und spiegeln ihnen gleichzeitig unsere Eindrücke.

Rechtsgrundlagen:

§ 27 in Verbindung mit §§ 34, 35a,41 SGB VIII, §§ 71,72 JGG (Vermeidung von U-Haft). Aufnahmealter: 14–17 Jahre, Platzzahl: sieben, Stellenschlüssel: 1:1,17.

 

Zu unserem Regelangebot gehören drei Gruppen, die sich alle dezentral, also nicht auf unserem Campus in Nottuln, befinden.

Die Wohngruppe in Hiltrup bietet Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 18 Jahren vor dem Hintergrund einer besonders belastenden Lebenssituation einen Lebensraum auf Zeit, in dem sie entsprechend ihrer Möglichkeiten gefördert werden. Hier können sie sich sicher und angenommen fühlen, entsprechend gefördert und auf eine eigenständige Lebensführung vorbereitet werden.

Die Arbeit der PädagogInnen ist kinderzentriert und individuell ausgerichtet. Sie schaffen für die Kinder und Jugendlichen durch Achtung, Präsenz, Verlässlichkeit, Echtheit und Konsequenz einen sicheren Rahmen, in dem sie sich wohlfühlen und entwickeln können. Unser Ziel ist es, den Kinder und Jugendlichen durch ein intensives Betreuungssetting, einen strukturierten Rahmen und ein verlässliches Beziehungsangebot Struktur, Halt und Orientierung zu geben, sie in ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern und eine realistische Zukunftsperspektive mit ihnen und ihren Familiensystemen zu entwickeln.

Die Mädchen und Jungen können lernen,

  • ihre Fähigkeiten und Ressourcen zu erkennen, zu stärken und auszubauen das Selbstbewusstsein zu stärken sich auf Regeln und Strukturen einzulassen 
  • Kompromissfähigkeit und Toleranz zu entwickeln
  • Konflikte angemessen zu lösen und alternative Lösungsstrategien zu entwickeln
  • eigene Grenzen und Grenzen anderer wahrzunehmen
  • aktiv die Freizeit zu gestalten
  • sich in der Schule zu integrieren
  • sich als Teil der Gemeinschaft wahrzunehmen

 

Rechtsgrundlage

§ 27 in Verb. §§ 34, 35a , 41 SGB VIII. Aufnahmealter: 5–13 Jahre, Platzzahl: sieben, Stellenschlüssel: 1:1,17 (5 Plätze),  1:1,75 (2 Plätze).

 

Die Wohngruppe in Roxel bietet neun männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Störungen im Verhalten und der Emotionen vor dem Hintergrund einer besonders belastenden Lebenssituation einen Wohnraum auf Zeit. Hier können sie sich sicher und angenommen fühlen, entsprechend gefördert und auf eine eigenständige Lebensführung vorbereitet werden.

Wir verstehen unsere Aufgabe darin, die individuellen Stärken und Ressourcen der Jungen zu erkennen und zu fördern, ihnen neue Erfahrungen zu ermöglichen und alternative Lebensentwürfe aufzuzeigen. Im Rahmen eines Verselbständigungskonzeptes werden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen langsam an ein eigenständiges Leben herangeführt. Die einzelnen Phasen der Verselbständigung beinhalten unterschiedliche Betreuungssettings und -intensitäten (Betreuung im Gruppensetting, Bezug eines Appartements innerhalb des Hauses, eigene Wohnung).

Jeder Jugendliche wird anhand seines individuellen Entwicklungsstandes in die verschiedenen Phasen eingegliedert. In regelmäßigen Abständen reflektieren die PädagogInnen mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihre Entwicklung und überprüfen gemeinsam, ob der Verbleib in dem jeweiligen Betreuungssetting noch der Entwicklung und Förderung des jungen Menschen dienlich ist. Sollte sich bei der Überprüfung herausstellen, dass das entsprechende Betreuungssetting nicht mehr zielführend oder förderlich ist, kann jederzeit die Änderung des Settings oder der Betreuungsintensität erfolgen.

Für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen sechs Einzelzimmer mit Bad sowie drei Appartements zur weiteren Verselbständigung zur Verfügung. In unmittelbarer Nähe der Gruppe befinden sich zwei Trainingswohnungen, die zur weiteren Verselbständigung genutzt werden können. Zur gemeinschaftlichen Nutzung stehen Küche, Wohnraum und Garten zur Verfügung.

Alle Schulformen, Praktikums- und Ausbildungsbetriebe sowie die Einrichtungen der Alexianer Martinistift GmbH sind gut zu erreichen.

Rechtsgrundlage

§ 27 in Verb. §§ 34, 35a, 41, 30 SGB VIII. Aufnahmealter: 14–21 Jahre, Platzzahl: neun, Stellenschlüssel: 1:1,75

 

Die Mädchenwohngruppe in Haltern am See bietet Mädchen ab einem Alter von zwölf Jahren vor dem Hintergrund einer besonders belasteten Lebenssituation und erheblicher psychischer oder sozialer Problematik einen Lebensraum, in dem sie sich sicher und angenommen fühlen können. Unser Ziel ist es, den Mädchen Struktur, Halt und Orientierung zu geben, sie in ihrer Entwicklung und ihrer Erziehung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern und eine realistische Zukunftsperspektive mit ihnen zu entwickeln.

Die Mädchen, die bei uns leben, kommen mit ihren familiären, sozialen und/oder individuellen Lebensbedingungen nicht mehr zu Recht. Sie haben entweder Schwierigkeiten ihre Eltern zu respektieren, Werte und Normen, die unser Zusammenleben regeln, zu akzeptieren und sich an Regeln und Absprachen zu halten. Oder die Herkunftssysteme haben ihnen keine verlässliche Orientierung geben können. Die Wohngruppe bietet diesen Mädchen einen geschützten Lebensraum und verlässliche Bezugspersonen. In diesem Rahmen können die Mädchen entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert und gefordert werden.

Die Mädchen haben die Möglichkeit, ihr Lebensumfeld in unterschiedlichen Bereichen aktiv mitzugestalten und neue Lernerfahrungen zu machen. Durch einen geschlechtshomogenen Mädchenbereich wird ein Freiraum für Mädchen geschaffen, der zugleich Schutz- und Entwicklungsraum sein soll, in dem sich die Mädchen frei von Beobachtung und Einfluss männlicher Jugendlicher bewegen können. Hier haben sie die Möglichkeit, sich mit ihren Lebensrealitäten, ihren Wünschen und Perspektiven auseinander zu setzen. Unser Ziel ist es, den Mädchen durch ein verlässliches Beziehungsangebot und Gruppenpädagogik Struktur, Halt und Orientierung zu geben, sie in ihrer Entwicklung und ihrer Erziehung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern und eine realistische Zukunftsperspektive mit ihnen zu entwickeln.

Im Haus stehen sechs Plätze zur Verfügung. Die Mädchen bewohnen jeweils ein Einzelzimmer. Dieses Angebot wird durch drei Verselbstständigungsplätze in Trainingswohnungen ergänzt. Alle Schulformen werden ortsnah vorgehalten. Die Gruppe wird von fünf weiblichen und einem männlichen pädagogischen Mitarbeiter rund um die Uhr betreut. Mit Unterstützung einer Hauswirtschaftskraft versorgt sich die Gruppe selbst. Das Haus liegt zentral in der Stadt. Für das Gruppenleben stehen Wohnküche, Wohnzimmer, Essraum, Terrasse und ein großzügiger Garten zur Verfügung.

 

Rechtsgrundlagen

§ 27 in Verb. §§ 34, 35a , 41 SGB VIII. Aufnahmealter: 12–16 Jahre, Platzzahl: neun (sechs + drei), Stellenschlüssel: 1:1,75

Dieses Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die in ihrem bisherigen Lebensraum nicht adäquat gefördert werden können (z.B. gruppenmüde sind, nicht gruppenfähig sind) und an veränderungsbereite Jugendliche, die sich schulisch und beruflich ausbilden und auf eine eigenständige Lebensführung vorbereitet werden wollen.

Den Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Wohnung und Lebensunterhalt werden gesichert über den Entgeltsatz oder aus eigenen finanziellen Mitteln (z.B. Hartz 4, BAB, etc.). Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden im Rahmen der jeweils verhandelten Entgeltsätze oder im Rahmen von Fachleistungsstunden betreut. Neben den Terminen, die die BewohnerInnen mit ihren jeweiligen BetreuernInnen vereinbaren sowie den „Gruppenterminen“ sind die PädagogenInnen werktäglich zu festgelegten Zeiten an einem Standort zu erreichen. Außerhalb dieser Zeiten sind die PädagogenInnen im Rahmen einer Rufbereitschaft erreichbar.

Am Standort befinden sich das Büro des Pädagogenteams sowie ein Aufenthaltsraum mit Freizeitmöglichkeiten, eine Küche sowie Waschmaschine und Trockner. Wir verstehen unsere Aufgabe darin, die individuellen Stärken und Ressourcen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erkennen und zu fördern, ihnen neue Erfahrungen zu ermöglichen und alternative Lebensentwürfe aufzuzeigen.

Zur Entwicklung einer neuen Lebensperspektive erhalten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen Begleitung und Hilfestellung im sozial-emotionalen und lebenspraktischen Bereich sowie bei der schulischen und beruflichen Perspektive.

Rechtsgrundlage

§ 27 in Verbindung mit §§ 30,34, 35a, 41 SGB VIII. Aufnahmealter: ab 16 Jahre, Platzzahl: zehn.

 


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