Zappelphilipp – Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung – AD(H)S

AD(H)S löst auch bei Kleinkindern einen hohen Leidensdruck aus und geht nicht selten mit Beeinträchtigungen des familiären Zusammenlebens, des Kita-Besuchs oder der Interaktion mit anderen Kindern einher.

AD(H)S steht als Abkürzung für die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung und gilt als eine Neurodivergenz. Schon im frühen Kleinkindalter können erste Hinweise auf das Bestehen dieses Störungsbildes vorliegen. Möglicherweise zeigen sich Schwierigkeiten dahingehend, dass sich Ihr Kind nicht lange konzentrieren kann, nicht stillsitzen oder ruhig bleiben kann. Hieraus können im Alltag verschiedene Konflikte oder auch Verhaltensweisen wie Aggression und/oder Vermeidung, aber auch Gefühle wie Traurigkeit und Verzweiflung entstehen. AD(H)S löst auch bei Kleinkindern einen hohen Leidensdruck aus und geht nicht selten mit Beeinträchtigungen des familiären Zusammenlebens, des Kita-Besuchs oder der Interaktion mit anderen Kindern einher. Die Gründe für diese Auffälligkeiten oder problematischen Verhaltensweisen liegen aber nicht in einer zu geringen Anstrengungsbereitschaft der Kinder, sondern darin, dass ihr Gehirn einfach „ein bisschen anders“ arbeitet.

AD(H)S kann sich grob gesagt auf drei Arten zeigen: unaufmerksam, hyperaktiv-impulsiv oder beides gemischt. Einige Kinder, oft eher betroffene Mädchen, träumen vor sich hin, vergessen Dinge oder lassen sich leicht ablenken. Andere, meist eher die Jungen, sind ständig in Bewegung, reden sehr viel oder handeln, ohne vorher nachzudenken. Hierdurch kann es im Alltag zur Fehleinschätzung potenzieller Gefahren, bspw. im Straßenverkehr, kommen. Betroffene benötigen häufiger Weisungen und Begrenzungen, können sich aber auch schlechter an diese halten. Auch die beschriebene Impulsivität, teils einhergehend mit einer eingeschränkten Frustrationstoleranz, kann in verschiedenen Situationen des Alltags zu Konflikten führen.

AD(H)S ist jedoch keine Krankheit ist, die man „heilen“ müsste. Vielmehr ist es eine Besonderheit, eine Neurodivergenz, mit der Betroffene lernen können umzugehen, um mit sich und ihrem Umfeld in eine erfüllende Beziehung zu treten und das entstehende Leiden zu mindern. Genauso kennzeichnend für Menschen mit AD(H)S sind jedoch viele positive Besonderheiten: So sind sie oftmals ideenreich und kreativ, weisen viel Energie und Mut auf, ihr Denken zeichnet sich nicht selten durch eine hohe Flexibilität aus und auch im sozialen Miteinander zeigen viele eine starke Empathie.

Mit einer frühzeitigen und angemessenen Unterstützung kann mit AD(H)S ein ganz normales und glückliches Leben geführt werden. Es gibt viele Wege, wie Betroffene sich selbst besser verstehen und unterstützen lernen können. In der Juno Tagesklinik nutzen wir hierfür unsere umfangreichen therapeutischen Ressourcen sowie die durchgehende Begleitung und Unterstützung des Alltags durch den Pflege- und Erziehungsdienst.