Die aktuelle Situation um den seit September entwichenen Patienten aus der Maßregelvollzugsklinik war auch bei der Beiratssitzung das größte Thema. Einige Fehlinformationen waren dazu in verschiedenen Medien im Umlauf, unter anderem der Vorwurf, die Klinik habe die Bevölkerung lange im Unklaren gelassen.
Nach der Wiederwahl der beiden Vorsitzenden – auch hier wurde im Vorfeld fälschlich berichtet, Hagemann stünde nicht mehr zur Wahl – sprach das Gremium gemeinsam über die aktuelle Berichterstattung. Fest steht: Der Klinikbeirat, der sich aus Nachbarn, Vereinsvertretern, Kirchenvertretern, Vertretern aus Polizei und Justiz, Politikern und auch Mitgliedern der Bürgerinitiative zusammensetzt, hat unmittelbar am Tag der Entweichung des Patienten auch davon erfahren, in einer anschließenden Sondersitzung wurden zudem Lockerungsstufen und gesetzliche Neuerungen erläutert.
Eine Information der Bevölkerung liegt nicht in den Händen der Klinik, die Kommunikationshoheit übergeht im Falle einer Fahndung unmittelbar an die Strafverfolgungsbehörden. Das bestätigte auch Carmen Gey-von Danwitz, die als Gast an der Sitzung teilnahm und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales vertrat. Das Ermessen, ob und wie kommuniziert werde, obliegt allein der Polizei und Staatsanwaltschaft. In einem solchen Fall steht aktive Kommunikation durch die Klinik nicht zur Debatte und wird auch in allen anderen Maßregelvollzugskliniken nicht betrieben.
Der Klinikbeirat wünschte sich auch weiterhin eine transparente und wohlwollende Zusammenarbeit wie bisher und sprach durch die Wiederwahl dem Vorsitzenden und seinem Stellvertreter das Vertrauen aus. Gleich mehrere Beiratssitze waren durch politische Veränderungen neu besetzt worden. Informationen rund um die Forensik in Münster sind auf www.christophorusklinik.de zu finden.